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Tritops Urlaubspage - Reisebericht Ägypten 1996


Tempel von Edfu

Feluke

Wieder für einige Stunden den Nil genießen und schon sind wir am Nachmittag in Edfu. Hier warten schon etliche Kutschen auf die ankommenden Schiffe, um die Touristen in einer wilden Jagd zum etwas weiter entfernt gelegenen Horus-Tempel zu bringen. Auch hier gilt: "Time is money".

Der Tempel ist einer der am besten erhaltenen Kultbauten des pharaonischen Ägypten. Unter Ptolemäus III im Jahre 237 v. Chr. wurde der Bau begonnen und erst 180 Jahre unter Ptolemäus XII, Kleopatras Vater, in der Spätzeit beendet. Kleopatra hat den Tempel geweiht. Der dem Falkengott geweihte Tempel lag bis 1860 unter dem Ort Edfu begraben.

1. Pylon

Der erste Eindruck ist der gewaltige 1. Pylon, 79 Meter breit und 36 Meter hoch. Dargestellt sind auf ihm traditionsgemäß König Ptolemäus XII beim Schlagen der Feinde. Sehr gut zu sehen sind hier auch die Halterungen für die Fahnenstangen. Man muss sich das alles noch bunt bemalt vorstellen, teilweise mit vergoldeten Wänden. Schon sehr beeindruckend!

Pronaos

Der Große Hof vor dem Pronaos ist auf drei Seiten mit einer Kolonnade von 32 Säulen mit stilisierten Pflanzenkapitellen umgeben. Überall trifft man auf Darstellungen des Falkengottes Horus. Unten das Wahrzeichen Edfus, der berühmte Granitfalke mit Doppelkrone am Eingang zum Großen Säulensaal.

Granitfalke

Eine Nachbildung der Barke von Horus und Hathor steht im Barkensanktuar, hinter dem Allerheiligsten. Die Barke wurde an Festtagen in einer Prozession durch den Tempelbezirk getragen.

Barke

Das Hauptsanktuar: Ein 4,20 Meter hoher Kultbildstein (Naos) aus poliertem schwarzen Granit, metallisch schimmernd, von hinten jedoch unbearbeitet. Im Vordergrund sieht man den Granitsockel für die hölzernen Götterbarken Horus und Hathors.

Hauptsanktuar

Rund um das Haupt- und das Barkensanktuar befinden sich zahlreiche Nebenräume und Kapellen für Gastgötter, in denen der jeweilige Kult gepflegt wurden. Außerdem gab es ein Laboratorium in dem Salben hergestellt wurden, eine Schatzkammer, einen Bibliotheksraum für Papyri, ein Opfertischraum und vieles mehr. Für die Priester gab es Schlafkammern, Küche, Stall, eine richtige kleine Stadt also.

Der Wert dieses Tempels liegt in den sehr gut erhaltenen Schriften an den Wänden. Hier werden verschiedene Rituale beschrieben, selbst die Titel der Papyrusrollen in der Bibliothek sind bekannt. Außerdem sind die Daten der Feste und Feierlichkeiten festgehalten, sodass man sich ein sehr gutes Bild von dem Leben im Horus-Tempel machen kann.

In gestrecktem Galopp fuhren wir nach einer kurzen Erfrischung wieder Richtung Nil. Das nächste Schiff wartet schon!

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