Die "Schlösser der Millionen Jahre", zu denen auch einst der Tempel des Amenophis III mit den Memnons-Kolossen gehörte, erstrecken sich parallel des Nils jenseits des Tals der Könige. Hier wurden die Herrscher schon zu Lebzeiten verehrt, jedoch nicht begraben. Neben ihnen verehrte man auch den Gott Amun Re, was einer Vergöttlichung der Pharaonen gleichkam, die als "Sohn" des Amun auf Erden galten.
In Deir el Bahari sind drei Tempelanlagen nebeneinander errichtet, der berühmteste wohl der Tempel der Hatschepsut. Die Tempel des Mentuhotep, des Thutmosis III und der Hatschepsut weisen alle die gleiche Bauweise auf. Sie sind terrassenförmig errichtet, sogenannte Pyramidentempel. Auf dem Foto oben die Rampe zur oberen Terrasse. Sie ist inzwischen für Besucher nach langer Renovierung wieder zugänglich (Danke für den Gästebucheintrag Werner!). Der Hatschepsut-Tempel, die größte der drei Anlagen, wurde während der 18. Dynastie (15. Jh. v. Chr.) in nur 15 Jahren Bauzeit errichtet. Hier ranken sich Legenden um den berühmten Baumeister Senenmut, der angeblich sein Grab auf der mittleren Terrasse anlegte, es aber nie benutzen durfte. Der Tempel liegt auf der verlängerten Achse des Tempels von Karnak (in dem die gleichen Götter verehrt werden: Amun, Hathor und Anubis), jenseits des Nils. Bei guter Sicht ist dieser zu sehen! Die Figuren stellen übrigens die Tochter des Thutmosis I dar, Hatschepsut. Sie übernahm nach dem Tod ihres Gatten und Halbbruders Thutmosis II für ihren noch unmündigen Stiefsohn Thutmosis III die Regentschaft.
Die mittlere Terrasse wird von zwei Kapellen flankiert, rechts die Anubis-Kapelle (oben), leider ziemlich zerstört und links die Hathor-Kapelle (unten), auch nicht viel besser erhalten. Hier wurden damals Ausgrabungen durchgeführt.
Der ganze Tempel-Komplex war mit einzigartigen Reliefs geschmückt, die teilweise noch erhalten sind, allerdings in schlechtem Zustand, oder aus Bruchstücken wieder rekonstruiert wurden.
Hauptsächlich ist die wundervolle Fahrt nach Punt dargestellt, von dort wurden unsägliche Schätze den Nil heraufgebracht, aber auch die Geburt und die Krönung der Herrscherin. Viele der prachtvollen Darstellungen wurden schon in pharaonischer Zeit von nachfolgenden Herrschern zerstört, da es ja nur einen Gottkönig geben durfte. Diesem Phänomen werden wir später noch öfter in anderen Tempeln begegnen.
Nach diesen "Landgängen" hieß es am nächsten Tag endlich Leinen los. Die ersten Kilometer auf dem Nil!
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09.02.07
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