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Tritops Urlaubspage - Reisebericht Ägypten 1996


Tempel von Karnak

Widder-Sphingen

Der Karnak-Tempel mit den ältesten Bauten aus dem Mittleren Reich teilt sich in 3 Bezirke auf: den Amun-Bezirk, der größte von allen, den Muth-Bezirk und den Month-Bezirk. Die Widdersphingen vor dem Eingang des 1. Pylons sind Reste der 3 km langen Sphingen-Allee, die den Tempel mit dem Luxor-Tempel verbindet und hauptsächlich als Prozessionsstraße für die vielen Tempelfeste gedient hat. Fast 1300 Statuen hat man gefunden, darunter Sphingen, Widder, Widdersphingen und menschenköpfige Sphingen. Widder sind die heiligen Tiere des Gottes Amun.
Der 1. Pylon ist 113 Meter breit und 43,5 Meter hoch.

Der Große Hof

Nach dem Durchschreiten des 1. Pylons kommt man in den Großen Hof, der seinem Namen alle Ehre macht: die Fläche beträgt 8000 qm. Auch hier hat sich die Widderallee in der Mitte des Hofes fortgesetzt, die Widder sind mit jeweils einer kleinen Statue von Ramses II dargestellt.

Ramses II

Hier findet sich auch die 18 Meter hohe Kolossal-Statue Ramses II  und seiner Tochter und Gemahlin Merit-Amun aus Rosengranit. Es wird der tote Pharao dargestellt in Mumienhaltung, in den Händen Zepter und Geißel. Merit-Amun hat ein Bein vorgesetzt, d. h. Haltung der Lebenden.

Großer Säulensaal

Nach dem Eintritt durch den 2. Pylon gelangt man in den großen Säulensaal, so ziemlich das Atemberaubendste, was man sich in einem Tempel vorstellen kann. Auf 5406 qm befinden sich 134 Papyrusbündel-Säulen dicht gedrängt. Die Säulen der Mittelachse sind 24 Meter hoch und haben einen Umfang von 10 Metern, die Säulen mit geöffneten Blütenkapitellen weisen sogar einen Umfang von 15 Metern auf.

Seitenschiff

Auch die 122 Säulen der Seitenschiffe sind ziemlich wuchtig. Sie haben eine Höhe von 14 Metern und 6,4 Meter Umfang. Hier kommt man sich vor wie in einem Labyrinth.

Dach des Säulensaals

Den Höhenunterschied im Großen Säulensaal überbrückten zum Teil sehr gut erhaltene Gitterfenster. Der gesamte Säulenhof war überdacht und bemalt und wirkte dadurch wohl wesentlich heller und freundlicher als heute.

Hatschepsut-Obelisken

Blick durch den 5. Pylon auf das 30 Meter hohe Obeliskenpaar der Hatschepsut. Sie stammen aus dem Steinbruch von Assuan. Die Spitzen der Obelisken waren vergoldet und sollten Sonnenstrahlen darstellen. Auch hier ist also wieder der Sonnenkult des Amun-Re zu finden.

Karnak-Tempel

Der riesige Tempel von Karnak beansprucht eigentlich viel mehr Zeit als den einen Nachmittag, der uns zur Verfügung stand. Sehr zu empfehlen ist allerdings die Light- and Sound-Show abends, die auch in deutscher Sprache stattfindet. Sie führt durch einen großen Teil des Tempels und endet am Heiligen See, wo die Geschichte des Tempels sehr beeindruckend erzählt wird. Man sollte sich das nicht entgehen lassen, es hinterlässt einen bleibenden Eindruck!

Skarabäus

Zum Schluss noch eine kleine Anekdote. Um den Rosengranit-Skarabäus des Amenophis III rankt sich die Legende, dass, wenn sich Nachwuchs einstellen soll, man den Skarabäus dreimal im Uhrzeigersinn umrunden soll. Wenn man die Leute genau beobachtet stellt man fest, dass manche wohl auch heute noch an diese Legende glauben. Vor allem ältere Damen wünschen sich wohl Enkelkinder! Manche laufen allerdings auch gegen den Uhrzeigersinn ;-). Er steht übrigens am Heiligen See.

Damit war die Nilkreuzfahrt beendet und ein Bus brachte uns quer durchs Land zum einwöchigen Badeurlaub nach Hurghada. Es war doch sehr anstrengend und um alle Tempel zu besichtigen, muss man wohl schon eher ein Freak sein und sich für die Mythologie der alten Ägypter interessieren. Meine Freundin hatte schon nach dem vierten Tempel genug von den "ollen Steinhaufen" und blieb lieber an Deck in der Sonne. So habe ich viel "alleine" angeschaut, was auch seine Vorteile hatte. Erholen konnte ich mich ja noch am Roten Meer!

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