Nach dem Mittagessen ging es nächsten Tag wieder zurück Richtung Luxor. Nachmittags stand der Doppeltempel von Kom Ombo 50 km nördlich von Assuan auf dem Programm. Er ist dem Krokodilgott Sobek und dem Falkengott Horus geweiht. Baubeginn war unter Ptolemäus VI im 2. Jh. v. Chr., an dem Tempel wurde allerdings noch bis in das 3. Jh. n. Chr. weitergebaut.
Bautechnisch und bildhauerisch ist der 1893 von Morgan freigelegte Tempel ein Meisterwerk ägyptischer Baukunst. Die besonders schön gestalteten Reliefs zeigen z. B. wie hier auf dem Foto Zangen, Skalpelle, Saugnäpfe und andere medizinische Instrumente, aber auch Amulette: Das berühmte Ärzterelief.
Auf diesem Relief werden astronomische Erklärungen und Zahlen (Foto) dargestellt.
Das Ritual des Übergehens von "Leben" durch das Henkelkreuz Ankh. Hier zu sehen von links nach rechts: Thoth (Gott der Weisheit und der Schreiber mit Ibiskopf), Hathor (Göttin der Liebe, der Fröhlichkeit und des Tanzes mit Kuhhörnern), der Verstorbene, Sechmet (Göttin über Krankheiten und Kriege mit Löwenkopf) und Falkengott Horus (Schutzgott des Pharao).
Eine bemalte Säule, die aber nicht mehr die Originalfarben zeigt. Besonders schöne Pflanzen- und Kompositkapitelle sind im Tempel von Kom Ombo zu bewundern.
Und letztendlich die einzige Mumie der Tour, die konnte ich Euch nicht vorenthalten. Sie ist in der Hathor-Kapelle des Tempels ausgestellt. Im Tempelbereich wurden zahlreiche Tiersarkophage und -mumien gefunden, vor allem von Krokodilen, da der Tempel ja dem Krokodilgott Sobek geweiht ist.
Eine weitere Besonderheit in Kom Ombo weist die Bevölkerung auf. Durch den Bau des Staudammes und der folgenden Überflutung weiter Gebiete wurden die dort ansässigen Nubier sozusagen zwangsevakuiert. Man hat die Dörfer in genau derselben Ausrichtung zueinander in Kom Ombo wieder aufgebaut. Viele der Nubier haben hier am Tempel ein Auskommen durch den Tourismus gefunden. Die Mentalität ist schon afrikanisch, sie sehen alles eher locker und vertreiben sich die Zeit am Stand mit Trommeln und Tanzen. Den Touristen gegenüber sind sie bei weitem nicht so aufdringlich wie die arabische Bevölkerung im Norden.
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09.02.07
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