Die alten Ägypter glaubten, nur mit einem vollständigen Körper nach dem Tod in ein neues Leben eintreten zu können. So entwickelten sie die hohe Kunst der Einbalsamierung. Auch die Gräber enthielten alles, was der Verstorbene in dieser anderen Welt für ein komfortables Leben braucht: Uschebtis, kleine Figuren, die für ihn Arbeiten verrichten; Möbel, Essen, Getränke, Schmuck usw. In jedem Grab befinden sich mehrere Räume für Grabbeigaben, fast alle Wände sind bemalt. Die Reliefs in den Gräbern stellen meist Szenen aus dem Leben des Verstorbenen dar, oft auch seinen Eintritt in das neue Leben. Texte aus dem ägyptischen Totenbuch und anderen Schriften ergänzen die Bilder.
Im Tal der Königinnen befinden sich Gräber von Königinnen, Prinzen und Prinzessinnen, die schönsten aus der Zeit des Neuen Reiches der Pharaonen Ramses II und Ramses III. Bereits 80 Gräber wurden hier ausgegraben. Die meisten sind verfallen, am besten erhalten ist jedoch das Grab der Nefertari, der Lieblingsfrau Ramses II.
Im Tag der Könige wurden 500 Jahre lang, von der 18. bis zur 20. Dynastie Herrscher und hohe Persönlichkeiten beigesetzt. 65 Gräber hat man bis jetzt gefunden, doch es werden bei den weiterlaufenden Grabungen immer neue entdeckt. Nur gut 20 Gräber sind wirkliche Herrschergräber!
Leider ist in den Gräbern zum Schutz der Farben das Fotografieren verboten. Ist ja auch ganz gut so! Manche Gräber werden zeitweise für Touristen geschlossen, auch die Anzahl der Besucher ist begrenzt, teilweise werden horrende Eintrittspreise verlangt. Nur bei ungefähr einem Drittel der Gräber ist überhaupt eine Besichtigung möglich. Ich hatte das Glück, dass das wohl berühmteste Grab gerade für Besucher geöffnet war: Tut-anch-amun! Er ist der einzige Pharao, der auch heute noch in seinem Grab liegen darf. Die meisten der Mumien befinden sich im Mumiensaal des Ägyptischen Museums in Kairo.
Im Arbeiterdorf Deir el Medina lebten und leben die Handwerker, die in den Grabstätten arbeiten. Das Tal der Könige war für lebende Menschen im Pharaonenreich tabu, ausgenommen der Handwerker, die die Gräber bauten und der Wachen, die diese vor Plünderungen schützen sollten. Heute leben die Handwerker von den Touristen. Sie verkaufen selbstgefertigte Alabasterfiguren (siehe Foto), oder verdienen ihr Geld als Fremdenführer. Viele Häuser im Dorf stehen auf Privatgräbern, die von den Familien geplündert wurden. Den Touristen erzählen sie teilweise, dass die Schätze, die sie anbieten, aus diesen Häusern stammen, geheim natürlich ;-)!
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