Eigentlich
war heute eine Schneeskooter-Tour auf einem Gletscher des Snaefellsjökull geplant, jedoch machte uns ein Naturphänomen einen Strich durch die Rechnung:
Gletscher sind "Nebelmagneten". Also blieb uns genug Zeit, die Umgebung von Arnarstapi zu erkunden.
Diesen "Odin" aus Stein hat ein Bauer der Gegend als Erinnerung an seine
Frau und seinen Bruder mit eigenen Händen errichtet, die hier auf mysteriöse Weise ums Leben kamen. Rundherum befindet sich eine Küstenseeschwalbenkolonie,
die uns sehr heftig attackierte. Ein kleiner Trick hilft weiter: Die Seeschwalben greifen immer den höchsten Punkt an. Das kann mit einem blutigen
Kopf enden. Also wurde jeder mit einem Stock oder einem Schirm bewaffnet und die Vögel konnten
diese angreifen. Stöckchen sind halt sehr wichtig auf Island! ;-)
Ein Stück weiter die Küste entlang wieder ein Besuch bei einem Vogelfelsen.
Die Steilküste besteht hier aus altem Vulkangestein, das schon ziemlich verwittert ist. Das Palagonitgestein (wasserhaltiges, vulkanisches Glas) bildet
hier Basaltsäulen und Brandungstore. Wie diese entstehen wisst Ihr ja schon.
Den
Vögeln ist das allerdings egal, Hauptsache, man kann gut brüten und es gibt genügend Nahrung. Lundis gab es hier keine, dafür aber Eissturmvögel
und Gryllteisten. Erstere leben in der oberen Hälfte und Gryllteisten ganz unten am Wasser. Da die Felsen hier nicht so hoch sind wie auf
der Nordwest-Halbinsel, waren diese Vögel hier recht gut zu beobachten. Und wir hatten mehr Zeit!
Etwas
weiter auf dem Weg ein Ausflugslokal, unweit eine Holzkirche, sehr schön gelegen in ausgedehnten Wiesen, die bis zum Meer reichen, natürlich
mit Steilküste. Hier befindet sich übrigens der Boden aus polierten Basaltsäulen. Optimal für eine kurze Pause. Auf den Wiesen wuchsen die verschiedensten
Blumen, teils versteckt, teils flächendeckend. Hier habe ich einen halben Film nur Blumenfotos gemacht, die ich Euch allerdings ersparen will,
so schön sie auch geworden sind. Es gab hier auch einen isländischen "Keller" zu sehen, einfach ein Eingang in eine unterirdische Höhle,
die fast das ganze Jahr über Kühlschranktemperatur hält. Sehr praktisch.
In
den vielen Flüssen und deren Seitenarmen wird Lachsfischerei betrieben. An so einem Seitenarm haben wir Mittagspause gemacht. Sofort kam der
Besitzer angelaufen und hat uns verboten, an den Fluss zu gehen. Man würde die Lachse verscheuchen. Lachsfischen ist teuer und die Flussabschnitte
sind streng in Fanggebiete eingeteilt und werden scharf überwacht.
Und
dann schloss sich der Kreis und wir kamen zum Thingvallavatn, allerdings von der anderen Seite, beim Kraftwerk Búrfell. Hierher bekommt die
Hauptstadt das warme Wasser und auch den heißen Dampf zum Heizen. Ein Sound wie von einer Jet-Turbine: Der Kamin der Hölle (wieder mal). Entlang der
Strassen verlaufen diese Rohre bis ins nahegelegene Reykjavík. Zwei Tage vorher lag hier übrigens das Epizentrum eines Erdbebens mit Stärke 4,5 auf
der Richterskala!
Unser
Quartier für diese Nacht, Nesbud, war bald erreicht. Tja, und hier dann unser offizielles Abschiedsessen, nicht mehr selbst gekocht sondern serviert.
Auch kein Geschirrspülen mehr und wieder ein richtiges Bett. Irgendwie war der Urlaub hier vorbei, obwohl er noch nicht ganz zu Ende war. Den nächsten
Tag in Reykjavík würden wir wieder alleine verbringen, ohne Guide.
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