Der zweite Tag:

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Stóra DímonNach dem Frühstück ging es durch das Krossá-Tal zurück zur Ringstrasse, vorbei am 178 m hohen Inselberg Stóra Dímon. Die Südküste war vor ca. 9000 Jahren einmal eine Steilküste, die jetzt verlandet ist. Übrig blieb diese ehemalige Insel, die jetzt als Inselberg aus der Schwemmlandebene ragt. Geprägt wird die Gegend von unzähligen Wasserfällen, die sich über das ehemalige Kliff stürzen. Unser erster Stopp heute war am Seljalandsfoss, einem über 60 m hohen Wasserfall, durch den man hintenherum durchgehen kann. Skogafoss Tolles Erlebnis, allerdings nicht ganz trocken. 

Der nächste Wasserfall kommt bestimmt: Skógafoss. Imposant wirkt auf dem Foto der Größenunterschied zu den Menschen. Der Skógafoss stürzt hier, wie der Seljalandsfoss, 60 m über die Kante der Steilküste in die Tiefe. "skógur" bedeutet übrigens Wald. Die Gegend muss wohl in früheren Zeiten bewaldet gewesen sein.

TorfhäuserInteressant war auch etwas über die Menschen zu erfahren, wie sie früher gelebt haben und was sie für ein hartes Leben hatten. Das kann man sich im Skógar-Museum vor Augen führen. Es wurde 1945 gegründet und ist das älteste und umfangreichste Museum Islands. Hier sind die unterschiedlichen Epochen der Besiedlung Islands in Form von eingerichteten Häusern mit Stall und Scheune dargestellt. Schlafkammer

Die einfachste Form waren Torfhäuser, die zwar hier sehr romantisch aussehen, aber wohl eher feucht und ungemütlich waren, besonders im langen Winter. In den engen kleinen Räumen hat man es sich gemütlich eingerichtet, die Schlafkammer befand sich meist unter dem Dach.

Die nächst bessere Form waren Holzhäuser, ebenso beengt und klein, aber wohl nicht so feucht. Auf dem Foto zu sehen links Schmiede und Scheune, rechts das Wohnhaus mit einem direkten Durchgang von der Küche zum in der MitteHolzhäuser gelegenen Kuhstall. Allerhand Arbeitsgerät in der Küche und den Wohnräumen lässt den Eindruck aufkommen, die Bewohner hätten ihr Haus nur kurz verlassen.

Dem Freilichtmuseum angeschlossen eine Ausstellung von Arbeitsgerät zur Fischerei, Pferdezucht und Schafzucht. Gebrauchsgegenstände aus dem täglichen Leben sowie Schnitzereien und alte Bücher kann man hier ebenso bestaunen.

SólheimajoekullNächste Station auf der Ringstrasse der Sólheimajökull, ein Ausläufer des 596 qkm großen Mýrdalsjökull, des viertgrößten Gletschers Islands. Die vulkanaschenschwarze Gletscherzunge haben wir "bezwungen". Überall Tauwasserströme, die sich in kleinen Bächen sammeln und so die großen Gletscherflüsse speisen. Man sollte meinen, bei dieser Menge Tauwasser würde der Gletscher morgen verschwunden sein.

DyrhólaeyDie Südspitze Islands, der Inselberg Dyrhólaey (Türhügelinsel), bietet einen interessanten Einblick in die Geologie Islands. Die ewig nagende Brandung hat hier die weicheren Gesteinsschichten weggespült und eine Welt von Klippen, Grotten, Türmen und eben den sogenannten Brandungstoren übrig gelassen. Hier trafen wir auch auf die ersten Papageitaucher, in der Landessprache Lundi. Die lustigen, melancholisch dreinschauenden Vögel mit dem bunten Schnabel habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Später dazu mehr. Weiter ging es entlang der schwarzen Steilküste Richtung Vík.

"Unikum"Eine stürmische Fahrt in einem sehr eigentümlichen "Unikum" wartete auf uns. Wegen dem starken Wind angezogen wie die Eskimos wagten wir uns auf die stürmische See, um die der Küste vorgelagerten Vogelfelsen aus der Nähe zu betrachten. Ein Amphibienfahrzeug, aus Navy-Beständen übriggeblieben und jetzt als Touristengefährt missbraucht, brachte uns dorthin. Unter dem ohrenbetäubenden Lärm zweier Dieselmotoren umrundeten wir die Vogelfelsen.

Das weichere Gestein der Steilküste wurde im Lauf der Zeit fortgespült und hinterließ einen sogenannten "Brandungsberg" aus Felsnadeln widerstandfähigem Gestein. Die Felsnadeln sind wohl mit Lava gefüllte, abgekühlte Vulkanschlote.

Nach einem nicht so anstrengenden Tag kamen wir in unserer Unterkunft für die zweite Nacht an: Reynisbrekka. Eigentlich ein Privathaus, umfunktioniert zu einer Jugendherberge und östlich von Vík gelegen. Nach einem ausgiebigen Spaziergang im Nieselregen folgte eine geruhsame Nacht.

Reynisbrekka

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