Der siebte Tag:

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Nach dem kurzen Ausflug in die Sagenwelt ging es am siebten Tag weiter Richtung Norden. Vorbei am 50 m hohen Ringkrater Hrossaborg. Die Ostseite wurde durch Gletschereis vor langer Zeit aufgebrochen und man kann bequem mit dem Auto hineinfahren. Die Reisenden suchten mit ihren Pferden hier Schutz vor dem ewigen Wind und nutzten die geschützte Lage für Rast und Übernachtung. Daher auch der Name: Pferdeburg. Diese Möglichkeit machen sich auch noch heutzutage die Reisenden zu Nutze!

DettifossNun führt unser Weg entlang der Jökulsá á Fjöllum zum nächsten beeindruckenden Naturschauspiel. Er ist schon von weiter Ferne zu hören, ein unaufhörliches Donnern und Brausen: der Dettifoss (siehe oben). Der Dettifoss ist die zweite von fünf Stufen, die der Fluss auf seinem Weg nach Norden zum Meer überwinden muss. Er ist der größte Wasserfall Islands und Europas! Zweihunderttausend Liter Wasser fallen hier pro Sekunde über 44 m in die Tiefe, und das auf einer Breite von ca. 100 m. Jeder Liter führt bis zu zwei Gramm Gesteinsfracht mit sich. In einem 120 m tiefen Canyon fließt der Fluss nun ruhig auf die nächsten 3 Fallstufen zu.

ÁsbyrgiUm Ásbyrgi, die Burg der Götter, der Asen, rankt sich auch eine Legende: die ca. 100 m hohen Basaltwände stellen den Hufabdruck von Sleipnir, dem achtbeinigen Pferd des Gottes Odin dar. Geologisch gesehen finden wir hier eine uralte Fallstufe der Jökulsá vor. Der Fluss stürzte hier vor Jahrtausenden auf über 1 km Breite in die Tiefe. Noch heute sind Rinnen erkennbar, die das Wasser in die Basaltwände geschnitten hat. Sicherlich hat sich das Wasser so auf einzelne Wasserfälle verteilt. Trotzdem eine erstaunliche Größe. Auch das vom Wasser ausgespülte Becken ist noch gut zu erkennen. Durch die Moorbirkenwald geschützte Lage in dem Kessel hat sich ein herrlicher grüner Moorbirkenwald entwickelt, eine Wohltat für die Augen nach den langen Wüstenstrecken. Zahlreiche Vögel bringen Leben in das Grün.

Nur ein paar Kilometer weiter eine Landschaft wie aus der Vorzeit: Hljódaklettar, die Echofelsen. Hljóda heißt eigentlich Ton, also richtig Tonfelsen. Höhlen, Kliffs und Felsenburgen charakterisieren diese Hljódaklettar Landschaft, die einem teilweise wie aus dem Märchen erscheint. Auch sie entstanden durch das Zusammenspiel von heißem Magma und Wasser. Eine Spalte riss auf, das Magma kam mit dem kalten Wasser des Flusses in Berührung und durch die schnelle Abkühlung entstanden diese wunderbaren Basaltsäulen, die teilweise an Kirchenfenster erinnern. 

Basalt erstarrt meist in Form von sechseckigen Säulen senkrecht zur erkaltenden Oberfläche und immer senkrecht zum Lavastrom. Besonders gut ist das in der Höhle zu beobachten gewesen, die Ihr rechts auf dem Foto seht. Der Durchmesser der Säulen richtet sich nach der Zähigkeit der Lava und Basalthöhle dem Zeitraum des Abkühlens. In einer kleinen Kirche habe ich diese sechseckigen Basaltsäulen poliert als Fußboden gesehen. Fast schwarz und glänzend, da kommt kein Marmorboden mit. Nach 9 km verlässt die Jökulsá den Canyon. Und wir fahren weiter zu unserem nächsten Nachtquartier, eine Schule: Skúlgardur. Hier gab's das erste Mal Lachs zu essen. Nix für mich, aber die anderen waren begeistert. Lachs, isländisch Lax, ist der König der Fische. Hering das Gold des Meeres. Alles andere ist für die Isländer nur Fisch. Na ja, ich hab' mich eher an den kalifornischen Wein gehalten, den wir uns dazu geleistet haben ;-).

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