Der neunte Tag:

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WestfjordHeute war eigentlich auch nur Auto angesagt. Es wird also eine kurze Seite. Eine tolle Landschaft, die auf Dauer aber doch etwas eintönig ist. Über die Fjorde führen keine Brücken, das rentiert sich wohl nicht bei diesem menschenleeren Gebiet. Auch liegen sie abseits der "großen" Touristenrouten. So muss man jeden Fjord umfahren. Und ist man endlich rum kommt schon gleich der nächste. Abwechslung hatten wir auf der Strecke durch unsere Pausen. Ein Stopp an einer Pferdeweide, wo im vollen Islandstute Sonnenschein die isländischen Pferde Modell standen.

Bereits im Jahr 930, also kurz nach der Besiedelung Islands, beschloss das Althing ein Einfuhrverbot für Pferde, das bis heute gilt. Selbst in Island geborene und exportierte Pferde dürfen die Insel nicht wieder betreten. So entstand eine einzigartig reine, unverfälschte Rasse, die sich aus den Kelten- und Germanenponys der norwegischen Wikinger entwickelte. Isländer Welch wichtige Rolle das Pferd in dieser teilweise sehr unwirtlichen Landschaft spielte, kann man sich gut vorstellen. Es war das einzige Transportmittel, wurde als Last- und Reittier verwendet und letztendlich auch als Fleischlieferant. Noch heute gilt Pferdefleisch als Delikatesse (nix für mich ;)). Beim jährlichen Althing wurden Hengstkämpfe veranstaltet und ausschließlich die Sieger dieser Kämpfe wurden zur Weiterzucht verwendet. Die Kämpfe sind natürlich schon lange abgeschafft.

FohlenAuch Pferdediebstahl (wie im Wilden Westen) wurde hart geahndet und die Täter wurden zu Vogelfreien. Was das bedeutet, wisst Ihr ja schon! Die Islandpferde kennen keinen Stall, sie sind das ganz Jahr über draußen und deshalb sehr unempfindlich gegenüber Krankheiten, hart, genügsam und ausdauernd. Ein Grund, weswegen sie sich auch außerhalb Islands großer Beliebtheit erfreuen. Sie sind sehr gut für die ganzjährige Offenstallhaltung geeignet. Es sind sogenannte Fünf-Gang-Pferde, d.h. sie beherrschen fünf Gangarten:Pferdeland Schritt, Trab, Galopp, Pass und Tölt. Beim Pass werden beide Beine einer Seite gleichzeitig nach vorne gesetzt (stelle ich mir vor wie auf einem Kamel), wobei sich der Reiter der Bewegung anpassen muss. Beim Tölt hingegen wird wie beim Schritt jedes Bein einzeln aufgesetzt, wobei eine völlig erschütterungsfreie Gangart entsteht, die bis zum Renntempo gesteigert werden kann. Für lange Ritte eine für den Reiter sehr angenehme Art zu Reiten. Der Tölt ist nicht antrainiert, denn die Pferde tölten auch frei auf der Weide.

"Strasse"Weiter ging es auf der "Strasse" Richtung Westen. Nach der Mittagspause an einem kleinen Wasserfall ein kleiner Halt an der einzigen Tankstelle der Gegend. Und dann eine Erholung in einem Hot-Pot. Ziemlich lange saßen wir in dem warmen Wasser, das durch einen Schlauch von einer etwas weiter im Landesinneren gelegenen heißen Quelle kam. Im warmen Wasser sitzen und aufs Meer schauen: Island ist schon toll!

Hot-PotSo belebt und wieder besserer Laune erreichten wir gegen Abend Patreksfjördur, wo wir ein Ausweichquartier hatten. Unser eigentliches Quartier war leider belegt, was uns am nächsten Tag noch ganz schön ärgern sollte! Die nette Hausbesitzerin hat allerdings die Sauna angeheizt und nach zwei Saunagängen folgte eine sehr erholsame Nacht.

 

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